01.11.2019

Zu Besuch im Gasthof zum Goldenen Löwen, Nauders

Tradition frisch aufgetischt

Der Gasthof zum goldenen Löwen in Nauders hütet sein Erfolgsrezept seit über 450 Jahren. Wie der Familienbetrieb mit urigem Ambiente und kreativer Tiroler Küche heute mehr denn je den Zeitgeist trifft.

Wenn die alte Gaststube reden könnte! „Die hätt’ viel zu erzählen“,
schmunzelt Susanne Habicher, aktive Seniorchefin, Frohnatur und gute Seele des Hauses. Zwischen den holzvertäfelten Wänden im ersten Stock haben sich Generationen von Wirten und Gästen dem
Genuss gewidmet. Seit dem Großfeuer im Jahr 1880 durfte hier drinnen die Zeit stehen bleiben, und der Stammbaum der Stube reicht sogar noch viel weiter zurück. »Dieses Gastzimmer wurde errichtet und vertäfelt im Jahre 1563 von Mini Thaler Tischler aus Burgeis«, bekundet eine Inschrift über dem Eingang. So lange also
finden Hungrige an diesem zentralen Ort in Nauders bereits Stärkung und Gesellschaft. Und bestimmt haben die gute Küche
und Gastfreundschaft der verschiedenen Besitzer einen Anteil daran, dass sich das kleine Bergdorf zu einer so beliebten Urlaubsdestination entwickeln konnte.


 

Doch zurück ins Hier und Jetzt. Da serviert Susanne mit Sohn Andreas mit flottem Schritt und herzlichem Lächeln die gutbürgerlichen Gerichte, die der ältere Sohn Franz mit Vater Oswald in der Küche zaubert. Offensichtlich hat Susannes Ur-Ur-Großvater, der den goldenen Löwen 1863 in Familienbesitz
brachte, das Gen zum Anpacken durchschlagend vererbt. Alles läuft wie am Schnürchen, auch wenn – wie so oft – alle Tische in den gemütlichen Stuben mit Urlaubsgästen und Einheimischen besetzt
sind. Antrieb des gesamten Teams: Jeden Tag das Beste zu geben, damit jeder einzelne nicht nur satt, sondern auch fröhlich bei der Tür hinausgeht. Mit Franz und Andreas ziehen frische Ideen und eine
gesunde Portion Experimentierfreudigkeit hinter die kunstvoll bemalte Fassade am Postplatz ein. Die Speiskarte wurde konsequent auf die Philosophie „regional und saisonal“ ausgerichtet, dabei stellt
das Küchenteam höchste Ansprüche an Frische und Qualität. Rind- und Ochsen fleisch, Eier, Ziegenfrischkäse, Joghurt und Brot stammen direkt aus Nauders, dazu gibt’s Oberinntaler Erdäpfel und Äpfel, Nordtiroler Gemüse, Paznauner Almkäse, Schwein, Huhn und Fisch aus heimischer Landwirtschaft. Auszeichnungen wie das AMA- Gastrosiegel, das Prädikat „Genusswirt“ der Genussregion Österreich und die „Bewusst Tirol“-Münze bestätigen den eingeschlagenen Weg, zu dem es für Familie Habicher längst keine Alternative mehr gibt: „Bewusstes Essen und Genießen nehmen im Urlaub wie auch im Alltag einen hohen Stellenwert ein. Unsere leichte, abwechslungsreiche Küche trifft den Geschmack der Zeit, in der sich Menschen nach dem Ehrlichen, Ursprünglichen sehnen.
Wir interpretieren die traditionelle Tiroler Küche so, dass sie bestens ins 21. Jahrhundert passt.“ 



Auch das rustikale Ambiente mit den gekachelten Böden, Jagdtrophäen und unzähligen historischen Urkunden und Fotos an den Wänden kommt bestens an – sogar bei jenen, die ansonsten das Minimalistische, Klare, Moderne mögen. „Arabella-Gäste lieben den goldenen Löwen“, bestätigt Josef Moritz, der von klein auf im Gasthof ein- und ausgeht. Susannes Vater Franz Waldegger, seinerzeit langjähriger Bürgermeister von Nauders, hatte ihn als Taufpate unter seine Fittiche genommen und obendrein sind die Familien Moritz und Waldegger/Habicher weitschichtig verwandt. Doch das allein wäre nicht Grund genug für die Partnerschaft, die Arabella-Gästen einen VIP-Rabatt im goldenen Löwen beschert.

Vielmehr teilen die Familien so wichtige Werte wie Qualität, Tradition – und einen guten Schmäh. Wenn sie sich selten, aber
doch, in der alten Stube im ersten Stock zusammensetzen, fliegen die Pointen und Anekdoten nur so hin und her. Wie der Josef damals den pflichtbewussten jungen Oswald auf einen Kaffee nach Meran entführt hat! Wie der Christoph dem Andreas in der Hotelfachschule die Bücher weggesperrt hat, damit er endlich mitfeiert! So könnte es noch ewig weitergehen. Und die alte Stube hört zu und sammelt weiter Geschichten. 

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